Tram Frankfurt (Oder)

Historische Straßenbahnen 23.02.2015
Historic trams Wagony historyczny

Historische Straßenbahnen Frankfurt (Oder) e.V.

Triebwagen 29 (Typ T57, Baujahr 1958)

Triebwagen 35 (Typ T57, Baujahr 1957)

Triebwagen 38 (Typ ET54, Baujahr 1955)

Triebwagen 41 (Wismar/AEG, Baujahr 1936)

Triebwagen 49 (Typ T2-62, Baujahr 1964)

Triebwagen 60 (Wismar/AEG, Baujahr 1936)

Beiwagen 113 (Typ B57, Baujahr 1957)

Beiwagen 124 (Typ BZ70/1, Baujahr 1974)

ex Chemnitzer Beiwagen 616

Diese Seite möchte den Verein Historische Straßenbahnen Frankfurt (Oder) e.V. und die von ihm betreuten historischen Straßenbahnwagen kurz vorstellen. Mehr Details zur Arbeit des Vereins, zur Buchung eines historischen Fahrzeuges und die Preise dafür verrät die vereinseigenen Seite » Historische Straßenbahnen Frankfurt (Oder) e.V.

Historische Straßenbahnen Frankfurt (Oder) e.V.

Arbeiten am Fahrgestell Triebwagen 60 im Sommer 2000
Arbeiten am Fahrgestell Triebwagen 60 im Sommer 2000

Einige Nahverkehrsfreunde bei der Frankfurter Straßenbahn initiierten Anfang der 1990er Jahre den Aufbau historischer Straßenbahnwagen. Der Aufbau dieser Wagen wurde mit sehr viel persönlichem Engagement durchgeführt, viele Arbeiten wurden auch in der Freizeit erledigt. Sie arbeiteten zunächst beim » Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V. (DVN) in Berlin mit, dort wurde eine Arbeitsgruppe Frankfurt (Oder) gegründet. Ende der 1990er Jahre war abzusehen, dass die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) das Depot Bachgasse räumen würde. Daher regte diese die Gründung eines Vereines und die Betreuung der historischen Wagen in diesem Depot an. Im Frühjahr 1999 gab es dazu die erste Zusammenkunft, es wurden Infos in der Zeitung geschaltet und ein Ortstermin in der Bachgasse organisiert um Gleichgesinnte zu finden.

Die Gründungsversammlung der Museumswerkstatt für Technik & Verkehr Frankfurt (Oder) e.V. fand mit 18 Gründungsmitgliedern am 19.04.1999 statt. Im Juni erfolgte der Auszug der Stadtverkehrsgesellschaft aus den Hallen des ehemaligen Frankfurter Straßenbahnhofes in der Bachgasse, diese wurden nun der Stadt übergeben. Zur Vermarktung der gründerzeitlichen Hallen wurde eine Immobiliengesellschaft eingesetzt. Solange kein Investor gefunden ist, ist die Museumswerkstatt dort geduldet. Somit ist auch noch kein langfristiges Konzept zur Hallengestaltung möglich. Dennoch begann das Vereinsleben in den Hallen 4 und 5 des ehemaligen Betriebshofes.

Modellbahnanlage Frankfurter Modell- und Eisenbahnfreunde 55 e.V.
Modellbahnanlage Frankfurter Modell- und Eisenbahnfreunde 55 e.V.

Im Oktober 1999 zogen die » Frankfurter Modell- und Eisenbahnfreunde 55 e.V. ebenfalls ins alte Depot Bachgasse, deren Räume im Kulturhaus Völkerfreundschaft waren gekündigt worden. Ihnen wurde die Nutzung der alten Tischlerei in der Halle 5 angeboten, damit kam noch mehr Leben in die Museumswerkstatt.

Im Jahr 2000 stand nach acht Einsatzjahren als historischer Wagen die Hauptuntersuchung des Triebwagens 60 (Baujahr 1936) an, diese wurde von Ende März bis Ende August durchgeführt. Um ihn zum Brandenburg-Tag Anfang September wieder einsetzen zu können, waren mehrere zusätzliche Arbeitseinsätze nötig. Insgesamt wurden 380 Arbeitsstunden für die Aufarbeitung des Wagens aufgebracht. Von den Modelleisenbahnern wurde die äußerliche Aufarbeitung einer Schienenbiegemaschine begonnen. Am 02.09.2000 öffnete die Museumswerkstatt anlässlich des Brandenburg-Tages ihre Pforten, die Modelleisenbahner betrieben ihre Vereinsanlage, mit dem frisch hauptuntersuchten Wagen 60 wurde zwischen Oderturm und Museumswerkstatt ein kleiner Pendelverkehr eingerichtet.

Im Jahr 2002 unternahm die Museumswerkstatt einen Ausflug in das ca. 300 Kilometer entfernte Naumburg. Neben der Besichtigung des kleinsten Straßenbahnbetriebes in Deutschland wurde auch die Abgabe von zwei Triebwagen nach Frankfurt (Oder) vereinbart. Bei diesen Triebwagen handelt es sich um den Tw 38 (Typ ET54, Baujahr 1955) und um den Triebwagen 29 (Typ T57, Baujahr 1958, 1968 ex Halle [Saale]). Im gleichen Jahr wurde mit der Hauptuntersuchung des Tw 38 begonnen. 2003 feierte die Stadt Frankfurt (Oder) ihr 750-jähriges Bestehen. Zum Festumzug am 13.07.2003 fuhr die Museumswerkstatt mit dem Tw 41 einen Pendelverkehr zwischen Hauptpost und Stadion. Tw 60 nahm auf einem Tieflader im Festumzug an der Veranstaltung teil.

Fertig!
Fertig!

Zum einhundertzehnten Geburtstag der Frankfurter Straßenbahn, welcher im Mai 2008 mit einem beeindruckenden Festtag begangen wurde, konnten sowohl der Gotha-Triebwagen 35 (Typ T57, Baujahr 1957) als auch der LOWA-Triebwagen 38 als historische Fahrzeuge in Betrieb genommen werden. Als bisher vorletztes Fahrzeug kam im Herbst 2005 der ehemalige Frankfurter Beiwagen 124 (Typ BZ70/1, Baujahr 1974) vom Typ Reko zur Museumswerkstatt. Er diente über viele Jahre in der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt als Übungsobjekt. Die museale Aufbereitung dieses Wagens ist inzwischen weit vorangekommen. 2011 wurde schließlich aus Brandenburg an der Havel der LOWA-Beiwagen 203, Baujahr 1954, übernommen. Er soll eines Tages als Beiwagen zum LOWA-Triebwagen 38 hergerichtet werden. Am 18.01.2014 hat der Verein seine Namensänderung in Historische Straßenbahnen Frankfurt (Oder) e.V. beschlossen.

Triebwagen 29
(Typ T57, Baujahr 1958, Gotha-ZR-Tw)

Fotos Triebwagen 29

Dieser 1958, einige Quellen sprechen von 1959, gebaute Zweirichtungs-Wagen kam 1968 aus Halle an der Saale (dort Tw 525). 1974 wurde der Wagen im Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Schöneweide umgebaut und war bis 1995 in Frankfurt im Linieneinsatz. Am 28.04.1995 ging er als Triebwagen 35 nach Naumburg, um der dortigen Straßenbahn einen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Da in Naumburg bei diesem Fahrzeug keine Hauptuntersuchung möglich war, wurde der Wagen am 28. Februar 2002 wieder nach Frankfurt zurückgegeben. Er soll später zum historischen Triebwagen hergerichtet werden. Mit diesem Wagen werden derzeit keine Sonderfahrten durchgeführt.

Einsatzchronik

Triebwagen 35
(Typ T57, Baujahr 1957, Gotha-ZR-Tw)

Fotos Triebwagen 35

Wie kein anderes Fahrzeug steht dieser 1957 gebaute Wagen für die Ära der Gotha-Wagen in Frankfurt. Gemeinsam mit zwei Beiwagen gleichen Typs kam er 1957, einige Quellen sagen 1958, nach Frankfurt. Bis zum Bau der Wendeschleifen am Westkreuz und in der Lebuser Vorstadt war die Linie 2 sein Haupteinsatzgebiet. Bei der Grundüberholung im Jahr 1974 verlor er unter anderem seine Aluminiumzierleisten und die seitlichen Liniennummerkästen. 1995 endete der Einsatz von Zweiachsern im Linienverkehr. Triebwagen 35 war bis zum Schluss dabei und kam somit auf 38 Jahre im Fahrgastverkehr. Zunächst wurde er 1995 zum Arbeitswagen umgebaut, wobei im Hinblick auf eine spätere Verwendung als historisches Fahrzeug bewusst nur kleine Umbauten vorgenommen wurden. Seit Mai 2008 zeigt er sich wieder (fast) in seinem letzten Einsatzzustand als Linienfahrzeug und dient als historischer Triebwagen und kann ganzjährig für Sonderfahrten gebucht werden.

Einsatzchronik

Triebwagen 38
(Typ ET54, Baujahr 1955, LOWA-ER-Tw)

Fotos Triebwagen 38

Der am 21.02.2002 aus Naumburg übernommene Wagen, wurde 1955 fabrikneu nach Stralsund geliefert. Mit der Einstellung des Straßenbahnbetriebes in Stralsund im Jahre 1966 wurden alle nach dem Krieg neu gebauten Wagen nach Gera abgegeben, so auch der Tw 13, der in Gera die Wagennummer 136 bekam. Vor seinem Einsatz in Gera wurde der Wagen durch die Hauptwerkstätten der Leipziger Verkehrsbetriebe in Leipzig-Heiterblick zum Einrichtungswagen umgebaut. In Gera war dieser Wagen, gemeinsam mit dem Beiwagen 238, im Jahr 1967 der erste Zug in der charakteristischen gelben Geraer Farbgebung. Im Jahr 1991 wurde der Wagen schließlich nach Naumburg abgegeben. Dort war sein Einsatz als Tw 28 allerdings problembehaftet, denn nach der Wende wurden Teile der Ringstraßenbahn abgebaut. Da es auf den Reststrecken keine Wendeschleifen gab, konnte dieser Einrichtungswagen kaum eingesetzt werden. Dieser Wagen ist somit ein historischer Wagen, der in Frankfurt nie im Linieneinsatz stand, sondern lediglich eine Zeitepoche symbolisiert. Seine Herrichtung zum historischen Fahrzeug wurde im Früjahr 2008 abgeschlossen. Dieses Fahrzeug kann für Sonderfahrten gebucht werden.

Einsatzchronik

Triebwagen 41
(Wismar/AEG, Baujahr 1936)

Fotos Triebwagen 41

Dieses Fahrzeug wurde 1936 in der Eisenbahn-Verkehrsmittel AG in Wismar gebaut. In den 1940er Jahren wurden Heckleuchten ergänzt. Ende der 1950er Jahre erfolgte der Austausch des Stangenstromabnehmers gegen Scherenstromabnehmer. In den 1960er Jahren wurde er auf Schwachstrom um- und ein Fahrersitz nachgerüstet. 1973 erfolgte die Umnummerierung in Tw 57. 1980 schließlich wurde das Fahrzeug nach 44 Jahren im Fahrgasteinsatz zum Arbeitstriebwagen Nr. 2. Zwischen 1982 und 1992 war der Wagen abgestellt, bis die Aufarbeitung zum historischen Triebwagen erfolgte. Seit 1994 ist er wieder im Einsatz und kann in den Sommermonaten für Sonderfahrten gemietet werden.

Einsatzchronik

Triebwagen 49
(Typ T2-62, Baujahr 1964, Gotha-ER-Tw)

Fotos Triebwagen 49

Dieses Fahrzeug kam erst mit dem letzten Ankauf von Gotha-Wagen am 24. Mai 1989 aus Plauen nach Frankfurt. Er wurde in Frankfurt nicht einmal neu lackiert, die Plauener Farbgebung war der in Frankfurt sehr ähnlich, und so wurde nur der gelbe Streifen im Bodenbereich ergänzt. Der in Plauen übliche schwarze Streifen unterhalb der Fenster blieb. Vom März 1993 bis zum April 1994 wurde der Wagen zum historischen Wagen umgebaut. Seitdem trägt der Wagen die zwischen den 1930er und 70er Jahren in Frankfurt übliche Farbgebung cremefarben mit braunem Zierstreifen. Im Einsatz ist dieser Wagen heute meist mit dem historischen Beiwagen 113 und kann einzeln oder mit Beiwagen 113 für Sonderfahrten gemietet werden.

Einsatzchronik

Triebwagen 60
(Wismar/AEG, Baujahr 1936)

Fotos Triebwagen 60

Wie Triebwagen 41 wurde dieses Fahrzeug 1936 in der Eisenbahn-Verkehrsmittel AG in Wismar gebaut. Er wurde aber erst im Frühjahr 1938 nach Frankfurt geliefert. In den 1940er Jahren wurden Heckleuchten ergänzt. Ende der 1950er Jahre erfolgte der Austausch des Stangenstromabnehmers gegen Scherenstromabnehmer. In den 1960er Jahren wurde er auf Schwachstrom um- und ein Fahrersitz nachgerüstet. Ab 1975 war er als Rangier- und Werkstatt-Triebwagen Theo nur noch hinter den Kulissen im Einsatz. Diesem Umbau zum Arbeitswagen hat das Fahrzeug sein heutiges Leben zu verdanken, eigentlich sollte er verschrottet werden. Erst im Juni 1988, nach 50 Jahren Einsatz, wurde der Wagen abgestellt. Im März 1992 erfolgte die Vorstellung als historischer Triebwagen, der erste seiner Art in Frankfurt. Seitdem kann das Fahrzeug in den Sommermonaten für Sonderfahrten gemietet werden.

Einsatzchronik

Beiwagen 113
(Typ B57, Baujahr 1957, Gotha-ZR-Bw)

Fotos Beiwagen 113

Wie Triebwagen 35 wurde auch Beiwagen 113 im Jahr 1957 gebaut. Auch dieses Fahrzeug war fast 40 Jahre lang zuverlässig im Liniendienst tätig, ehe es mit dem Einsatzende der Gotha-/Reko-Fahrzeuge im Jahr 1995 abgestellt wurde. 1998 war er zum historischen Beiwagen umgerüstet. Seitdem ist der Wagen mit den Triebwagen 35 oder 49 als historischer Gotha-Zug im Einsatz. Er kann ganzjährig für Sonderfahrten gemietet werden.

Einsatzchronik

Beiwagen 124
(Typ BZ70/1, Baujahr 1974, Reko-ZR-Bw)

Fotos Beiwagen 124

Im Herbst 2005 kam dieser Zeuge Frankfurter Nahverkehrsgeschichte zurück nach Frankfurt: Reko-Beiwagen 124, der von 1975 bis 1992 im Linienverkehr der Oderstadt im Einsatz war. Nach seiner Dienstzeit stand er auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt mit Gotha-Wagen 30 für Übungszwecke zur Verfügung. Während Wagen 30 im Sommer 2005 verschrottet wurde, erreichte der Beiwagen 124 am 7. September 2005 wieder das Frankfurter Gleisnetz. Er wird seit 2012 zum historischen Beiwagen aufgebaut, kann daher derzeit für Sonderfahrten nicht gebucht werden.

Einsatzchronik

ex Chemnitzer Beiwagen 616
(geplant als historischer Beiwagen 135)

Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990
Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990

1983 wurde von der Straßenbahn Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) der Beiwagen 616 übernommen. Dieser 1928 in der Waggonfabrik Christoph & Unmack in Niesky hergestellte Wagen stammt vom Chemnitzer Schmalspurnetz, stand dort mehr als 50 Jahre im Linieneinsatz und sollte in Frankfurt zum historischen Beiwagen 135 aufgearbeitet werden. Auch wenn diese Wagennummer immer freigehalten wurde, kam der Wagen in Frankfurt nie zum Einsatz. Am 08.11.1995 wurde der Wagen nach zwölfjähriger Abstellzeit im Betriebshof Bachgasse zerlegt.

Einsatzchronik